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Frohe Festtage

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Über die Festtage sind wir über den Pikettdienst (Tel. 055 220 80 55) erreichbar.

Wir wünschen Ihnen frohe Festtage und stehen Ihnen ab 7. Januar 2019 wieder vollumfänglich zur Verfügung.

Ihr Energie Zürichsee Linth Team

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Projekt und Factsheet

RAPPERSWIL-JONA: SAUBERE ENERGIE AUS DEM ABWASSER

Beim Projekt «Energieverbund Jona» soll künftig mit einem sogenannten Anergienetz ein ganzes Quartier beheizt werden. Wer nun aber den Begriff «Anergie» nachschlägt, der findet Bezeichnungen wie «nicht nutzbare Energie», «Energie, die keine Arbeit leisten kann» oder «minderwertige Energie». Und damit soll zuerst eine Wohnsiedlung und später vielleicht sogar ein ganzes Quartier mit Heizwärme versorgt werden?

Die Umschreibung des Begriffes Anergie ist für den Laien einfach nur etwas missverständlich. Anergie nennen Fachleute den Bestandteil einer Energieform, der aufgrund seines tiefen Energielevels nicht direkt in Arbeit umgewandelt werden kann. Will man mit Anergie Maschinen antreiben oder Wärme erzeugen, wird deshalb zusätzliche Energie, die sogenannte Exergie, benötigt. So auch beim Energieverbund Jona – und wie hier aus Anergie schliesslich Heizwärme wird, hat weder mit Magie noch Zauberei zu tun, sondern mir reiner Physik – und dem Engagement der drei Partner, die das Projekt vorangetrieben haben: die Stadt Rapperswil-Jona, die Energie Zürichsee-Linth AG und die Baugesellschaft «Langrüti-Mitte». Gemeinsam realisierten sie bis Herbst 2018 die erste Etappe des Energieverbunds. 

Eine Idee – drei Partner

Die Stadt Rapperswil-Jona sprach sich bereits im Jahr 2012 für ein Energiekonzept aus, das als Fernziel die Erreichung der 2000-Watt-Gesellschaft hat. Dieses ambitionierte Ziel möchte man unter anderem damit erreichen, dass – wo immer möglich – Energieverbünde realisiert werden. Naheliegend also, dass die Stadt als Betreiberin der Abwasserreinigungsanlage (ARA) den Energieverbund Jona mit Abwärme aus dem ARA-Grauwasser initiierte. «Dieses zukunftsweisende Projekt hat Leuchtturmcharakter in der Energiepolitik unserer Stadt», sagt Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona.

Der zweite Partner, die vor Ort ansässige Energie Zürichsee Linth AG (EZL), hat bereits viel Erfahrung mit der Umsetzung von innovativen Ideen. Die EZL wird einen Grossteil des Anergienetzes auf eigene Kosten bauen und den Energieverbund schliesslich auch betreiben. «Dieses Projekt entspricht genau unserer neuen Strategie, vorhandene Energiepotenziale möglichst gescheit zu nutzen und damit den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren», sagt Beat Sommavilla, Leiter Unternehmens- und Marktentwicklung bei der EZL.

Und wo Energie bereitgestellt wird, braucht es schliesslich auch einen Kunden. Diese Rolle übernimmt der dritte Partner im Bund: die Baugesellschaft «Langrüti-Mitte». Sie baut in der Nähe der ARA in einer ersten Etappe bis ca. 2022 eine Siedlung mit 90 Miet- und Eigentumswohnungen. «Alternative Energie ist heute ein ‹Muss› und somit auch für uns ein wichtiges Thema. Die Baugesellschaft ‹Langrüti-Mitte› geht mit ihrem Entscheid zugunsten dieses nachhaltigen Projekts mit ihrer ‹Türöffner Funktion› durchaus einige Risiken ein, ist aber vom Grundsatz dieses Energieverbundes überzeugt und daher auch bereit, dessen Aufbau zu ermöglichen und zu unterstützen», sagt Rolf Späni, Geschäftsführer der Baugesellschaft.

Sauber und Kostengünstig

Und so funktioniert der Energieverbund Jona: Das gereinigte Abwasser (Grauwasser) der ARA weist eine konstante Temperatur von rund 11° Grad auf – in ihm steckt also eine geringe Energie in Form von Wärme, die bisher aber ungenutzt in den Obersee abgeführt wurde. Künftig fliesst das Grauwasser zuerst durch einen Wärmetauscher des Energieverbunds Jona. Dabei wird dem Wasser ein Teil der Wärme entzogen und damit das rund 5° Grad kalte Ethanol/Wasser-Gemisch, das in den Leitungen des Energieverbundes zirkuliert, auf rund 10° Grad erwärmt. Die Leitungen dieses Anergienetzes führen zu den sechs Wohnhäusern der ersten Bauetappe der Baugesellschaft «Langrüti-Mitte». Dort wird dem Ethanol/Wasser-Gemisch, wiederum mittels eines Wärmetauschers, Energie entzogen und dem Kreislauf der jeweils zum Haus gehörenden Wärmepumpe zugeführt. Hier kommt nun die Physik ins Spiel: Mittels Verdichtung, Verdampfung und Verflüssigung erzeugt die Wärmepumpe heisses Wasser für Heizung, Bad und Küche. Dazu wird zwar Strom (Exergie) benötigt – trotzdem ist das Prinzip der Wärmpumpe sehr energiesparend und damit auch ökologisch. Auch bezüglich Kosten überzeugt der Energieverbund Jona: Sie liegen für die Endkunden (Mieter/Eigentümer) im Bereich einer Wärmepumpenlösung mit Erdsonden. Zudem profitiert beim Energieverbund Jona die Umwelt nicht nur durch die grosse Einsparung von CO2, sondern auch weil das Grauwasser der ARA nun in einer für die dortige Pflanzen- und Tierwelt verträglicheren Temperatur in den Obersee zurückfliesst.

Die Inbetriebnahme des Energieverbundes im Herbst 2018 ist erst der Anfang: Der geplante Neubau des «Jona-Centers» wäre mit seinem Mix aus Wohnen, Büros und Verkaufsläden geradezu prädestiniert für einen Anschluss an das Anergienetz und könnte daraus nicht nur Wärme sondern auch Kälte beziehen (siehe weiter unten). Aber auch weitere grössere Wohn- und Gewerbeprojekte auf den Baufeldern des Bereichs «Feldli» könnten problemlos an das Anergienetz angeschlossen werden – genauso wie bereits bestehende Siedlungen in der Nachbarschaft. Denn das Potenzial des Anergienetzes ist gross: Es kann eine Leistung bis sechs Megawatt gewonnen werden, womit sich rund 1500 mittelgrosse Wohnungen heizen lassen. Und auch im Sommer sorgt der Energieverbund Jona für ein angenehmes Raumklima – denn mit dem kalten Abwasser als Ausgangsmedium können Wohnungen oder Geschäftsräume auch auf umweltfreundliche Weise gekühlt werden. Da soll jemand bezüglich Anergie nochmals von «minderwertiger Energie» sprechen.


Vorbildprojekt für die Energiestrategie 2050
Mehr Energieeffizienz und eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sind zwei Haupanliegen der Energiestrategie 2050 des Bundes. Auch Rapperswil-Jona engagiert sich lokal für einen nachhaltigen Umgang mit Energieressourcen. Im 2012 erstellten Kommunalen Richtplan Energie ist deshalb auch die Nutzung vorhandener Abwärme ein wichtiges Element. Der im Bau befindliche Energieverbund Langrüti-Feldli entspricht genau den Strategien von Bund und Stadt. Er zeigt beispielhaft, wie bisher ungenutzte Abwärme aus den Abwässern der Kläranlage für die umweltfreundliche Erzeugung von Heizwärme und Brauchwarmwasser in Liegenschaften eingesetzt werden kann.


Factsheet Energieverbund Jona

Investor und Betrieber Energieverbund:    Energie Zürichsee Linth AG
Initiant Energieverbund: Stadt Rapperswil-Jona / ARA Rapperswil-Jona
Erstkunde Energieverbund: Baugesellschaft «Langrüti-Mitte»
Versorgungsgebiet 1. Etappe Langrüti, Baufeld 1
Versorgungsgebiet 2. Etappe siehe Übersichtsplan
Anschlussleistung 1. Etappe 278 kW (90 Wohnungen)
Maximale Wäremleistung im Endausbau: 6 MW (1500 mittelgrosse Wohnungen)
Netzlänge 1. Etappe: 450 m
Netzlänge Endausbau: 1'050 m
Baubeginn: 8. März 2018
Inbetriebnahme 1. Etappe 1. Quartal 2019
Baukosten Energiezentraole und 1. Etappe: CHF 1.5 Mio.
CO² Einsparung gegenüber fossilmen Betrieb:   
1. Etappe    192 Tonnen CO²
Endausbau Energieverbund 3'600 Tonnen CO²




 

 

Kundenzitate
Was Kunden über uns sagen

Franz Landolt
Geschäftsführer Liegenschaften bei Eternit (Schweiz) AG, Niederurnen

«Erdgas als Energieträger ist für unser Werk und unsere Liegenschaften optimal – dank tieferen Investitionskosten, günstigen Energiepreisen und einer guten CO2-Bilanz. Die Energie Zürichsee Linth AG erleben wir als sehr kompetenten Ansprechpartner, der uns umfassend beraten kann: von der Heizung bis zum Auto. Wir schätzen auch den Vollservice, den uns das Unternehmen dank den dazugehörigen Tochterfirmen bietet.»

Christopher Ammann
Kleinkunde im Einfamilienhaus, Weinfachmann

«Seit 40 Jahren bin ich nun bereits Kunde von Energie Zürichsee Linth und schätze die Energie aus Gas sehr: Sie ist immer verfügbar, braucht wenig Platz im Keller und funktioniert einwandfrei. Mir gefällt auch die sympathische Werbung des Unternehmens, dessen Ehrlichkeit und die völlig transparente Preispolitik.»

Thomas Wickart
Geschäftsführer bei Andy Wickart Haustechnik AG, Finstersee

«Mit unserem Know-how und der Erfahrung von Energie Zürichsee Linth innovative und nachhaltige Projekte zu entwickeln, ist stets eine spannende Herausforderung. Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend – besonders schätze ich die Menschlichkeit, die bei Energie Zürichsee Linth herrscht.»